Inferno Halbmarathon 2013

Inferno Halbmarathon 2013 Inferno Halbmarathon 2013 Ich stehe auf der Waage, 65.1Kg steht auf dem Display, genau ein Kilo mehr als gestern. Mein Carboloading, welches ich gestern den ganzen Tag über durchgeführt habe, war also nicht schlecht. Während ich mein Frühstück vorbereite, denke ich daran, dass ich heute so leicht wie noch nie am Start eines Wettkampfes stehen werde. Ich packe meine Sachen und mache mich auf den Weg zum vereinbarten Treffpunkt, an dem ich mich mit Andi verabredet habe. Wir beide lieben die Pünktlichkeit und so ist es nicht verwunderlich, dass Andi auf der Autobahn plötzlich neben mir fährt, wir schauen uns kurz an und lachen dann beide herzlich in unseren Autos. Andi ist demnach, wie ich auch, in bester Laune und Verfassung, die infernalische Herausforderung anzugehen. Beim Treffpunkt angekommen, fahren wir gemeinsam weiter nach Lauterbrunnen, wo wir um 8:11 Uhr das Auto parkieren, unsere Inferno Halbmarathon 2013 Inferno Halbmarathon 2013 Utensilien herausnehmen und zum Startgelände beim Campingplatz gehen. Es ist alles sehr gut organisiert. Im Nu haben uns die freundlichen Helferinnen und Helfer alles notwendige erklärt, die Startnummern besorgt und die Kleidersäcke gebracht, in denen wir warme Kleider auf das Schilthorn transportieren lassen können, damit wir im Ziel auf fast 3000 Metern über Meer nicht frieren müssen. Es ist Zeit für eine Tasse Kaffee; dazu begeben wir uns ins nahegelegene Campingplatz Restaurant. Wir plaudern, geniessen das tolle Wetter und die angenehme Vorwettkampfstimmung. Um 9:45 Uhr bringen wir die Kleidersäcke und unsere Wertsachen zur Abgabestelle und beginnen ein kurzes Einlaufen. Es ist warm, 19 Grad, die Sonne brennt auf unsere Köpfe und wir bereuen es, dass wir nicht ärmellose Shirts angezogen haben. Nur kurz stehen wir im Startblock und schon geht es los. Inferno Halbmarathon 2013 Inferno Halbmarathon 2013 Kein Startschuss hat das Zeichen zum Loslaufen gegeben und deshalb bin ich etwas überrascht, als sich das Feld in Bewegung setzt. Andi und ich haben uns vorgenommen zusammen zu laufen und vor allem auf den ersten Kilometern schonend mit unseren Kräften umzugehen. Wir laufen durch Lauterbrunnen, erst ist es noch schön flach und wir machen Spässe, dass wir nun in der angenehmen Pace von 4:55/km bis hinauf rennen werden, doch bei der nächsten Abzweigung werden wir schnell aus unseren Tagträumen gerissen, es geht aufwärts. Mein Puls steigt schneller als mir lieb ist und schon nach kurzer Zeit befinde ich mich im intensiven Bereich, Andi geht es genauso. Trotzdem laufen wir unbeirrt die langen und nicht enden wollenden Serpentinen in Richtung Grütschalp hoch. Nach etwa 4 Kilometern sage ich zu Andi, dass ich unbedingt versuchen muss den Puls ein wenig herunter zu Inferno Halbmarathon 2013 Inferno Halbmarathon 2013 bringen. Er nimmt meine Bedenken zwar zur Kenntnis aber in Wirklichkeit perlen sie an ihm ab, wie Wassertropfen an einer Nanobeschichteten Hi-Tech Outdoor Sportjacke. Ich lasse mir nichts anmerken und hefte mich an seine Fersen. Wir schwitzen sehr stark und bei jeder Trinkstelle begiesse ich mich mit Wasser, was schlussendlich dazu führt, dass mein Pulsgurt nicht mehr richtig funktioniert. Mein Herz fühlt sich definitiv nicht so an, als würde es 216 Mal pro Minute schlagen. Bei Kilometer 6 geht es endlich von der unendlich langen, steigenden Strasse ab in einen etwas steileren Wanderweg, der erst bei der Grütschalp wieder flacher wird. Jetzt sind wir auch endlich nicht mehr im Wald und können das grandiose Bergpanorama geniessen. Bis nach Mürren ist es jetzt eher flach und sehr angenehm zu laufen, die Pace nimmt merklich zu und wir sind Dankbar, die etwas Inferno Halbmarathon 2013 Inferno Halbmarathon 2013 kühlere Bergluft zu spüren. Kurz vor Mürren werden meine Beine immer härter, die Hände fühlen sich sehr aufgedunsen an. Ich mache mir Sorgen, dass ich die ersten 10 Kilometer zu schnell angegangen bin, nehme eine Salztablette in den Mund und lutsche ein wenig daran. Wir, oder zumindest ich, sind froh, als es nach Mürren endlich so steil wird, dass wir in den Gehschritt übergehen müssen. Ich habe eine kleine Krise, versuche aber so gut es geht mit Andi mitzuhalten. Nur langsam komme ich aus meinem Tief heraus, kann dann aber wieder ab und zu ein wenig in den Laufschritt übergehen. Andi zieht vor mir wie eine Lokomotive. Er kann mit seinen langen Beinen grössere Schritte nehmen, was mich zwingt, etwa alle 50 Meter mein Tempo ein wenig zu erhöhen, wenn ich an ihm dran bleiben will. Es ist jetzt unglaublich steil und obwohl wir beide vor 14 Tagen hier schon Inferno Halbmarathon 2013 Inferno Halbmarathon 2013 hochgelaufen sind, kommt es uns steiler vor als in unserer Erinnerung und vor allem scheinen die Steigungen heute endlos lang zu sein. Bei jeder Verpflegungsstelle trinke ich mindestens zwei Becher und nehme Gels zu mir. Nach dem extrem steilen Kanonenrohr, bei dem man nur sehr stark vornübergebeugt hoch laufen kann, beginnt meine linke Wade zu zwicken. Andi vermeldet praktisch zur gleichen Zeit ebenfalls Wadenprobleme. 5 Kilometer müssen wir noch durchhalten, was mit harten und zwickenden Waden eine Tortur werden kann. Die Schilthornhütte kommt langsam in unser Blickfeld, doch der Weg ist beschwerlich. Nach der Hütte geht es endlich wieder einmal abwärts und wir können sofort ohne grosse Probleme in einen guten Laufschritt wechseln, was mir sehr willkommen ist. Noch 3 Kilometer bis zum Gipfel, der vom Nebel umhüllt nicht zu sehen ist. Wir laufen mehr und mehr über Inferno Halbmarathon 2013 Inferno Halbmarathon 2013 Geröllhalden als über Lauf- oder Wanderwege. Jeder unvorsichtige Tritt kann einen Wadenkrampf auslösen und wir versuchen vorsichtig und doch so schnell wie möglich vorwärts zu kommen. Die letzten zwei Kilometer sind jetzt noch zu überwinden. 400 Höhenmeter bis zum Gipfel, der Weg wird immer steiler und ist zum Teil in den Fels geschlagen, so dass man sogar die Hände zu Hilfe nehmen kann. Es wird immer härter, Andi läuft steht’s ein paar Schritte vor mir, bis ich auf den letzten 500 Metern nicht mehr mit ihm mithalten kann. Langsam nimmt er mir Meter um Meter ab. Als ich die letzten Stufen auf die Piz Gloria Plattform hinter mich bringe, stelle Inferno Halbmarathon 2013 ich erfreut fest, dass Andi vor dem Ziel auf mich wartet, um mit mir gemeinsam über die Ziellinie zu laufen. Wir freuen uns extrem über unser Finish und strahlen auf dem vernebelten Schilthorn um die Wette. Mit einer Laufzeit von 3:17:36 sind wir mehr als zufrieden, denn noch auf dem Weg hatten wir öfters Zweifel, ob wir es überhaupt in 3:30 schaffen können. Bei einem Erdinger Alkoholfrei geniessen wir unseren Erfolg und sind der Meinung, dass wir so etwas wieder einmal durchführen müssen!

Laufstrecke: GarminConnect
21.1 Km, 2200 Höhenmeter, Wettkampf, 9:23/Km, Zeit: 03:17:36, Puls-Ø: ???

14 Kommentare zu Inferno Halbmarathon 2013

  • Wow! Gratulation zu deinem tollen Ergebnis. Und wie immer: Gute Regeneration und geniess die Tage danach genauso! :grove:

  • Hallo Hugo,
    ganz große und herzliche Glückwünsche für diesen absolvierten Lauf! :klatsch: :klatsch: :klatsch:
    Wow, so viele endlose Höhenmeter… jeder, der das schafft hat wirklich was geleistet. Und vor allem: Dass Du trotz Deines kleinen Tiefs Dich nicht hast unterkriegen lassen! :grove:
    Bei munteren Beinen laufen, kann jeder, aber sich dann doch noch durchzukämpfen – das sind die ganz Harten! :daumen:
    Und nun – gute Erholung!
    Liebe Grüße
    Elke

    • Hallo Elke,
      Der Lauf ist der Wahnsinn, vielen herzlichen Dank für deine Glückwünsche 🙄
      Es gibt ja fast bei jedem Lauf irgendeine Phase, die ein wenig härter ist und da ist es einfach wichtig dran zu bleiben. In der Regel wird es ja auch wieder besser.

      Liebe Grüsse
      Hugo

  • Hej Hugo.
    War ein supercooler Lauf mit Dir, und ein mega Erlebnis in den Bergen. A propos Nanobeschichtung :!1: : Du warst mir halt immer so dicht auf den Fersen, dass ich mich immer gefürchtet hatte, von Dir einfach überrannt zu werden (da es ja zum Überholen zu eng war), und wer will schon als Teppich am Berg enden :mrgreen:
    Gute Erholung, und wer weiss, schon bald beim nächsten gemeinsamen Gipfelsturm, liebe Grüsse
    Andi

    • Hej Andi,
      Da muss ich Dir zustimmen, es war ein ganz genialer Tag :grove:
      Soweit kommts jetzt noch, dass ich Schuld sein soll an Deiner Tempovorgabe, aber mit deinem roten T-Shirt, hättest du wirklich ein schöner Teppich abgegeben :mrgreen:
      Vielen Dank und auch dir, ganz schnelle Erholung und hoffentlich bis bald.
      Liebe Grüsse
      Hugo

  • Hallo Hugo,

    wow – was für ein Lauf! Die Bilder sind echt toll! Bild 4 ist mein persönlicher Favorit! Herrlich!

    Aber dieser Anstieg auf Bild 13 ist ja der Wahnsinn! Sieht ziemlich waghalsig aus. Und da waren die Beine ja schon ziemlich wackelig, oder? Mein lieber Mann!

    Glückwunsch zum Finish!

    Grüße aus Köln!
    Mario

    • Hallo Mario
      Das ist ein Wettkampf der Dir ganz gut gefallen würde und in natura sehen die Berge noch viel imposanter aus, als auf den Bildern.
      Ja, ganz oben ist es auch waghalsig. Auf beiden Seiten des Grades geht es steil hinunter aber deswegen wurde der Weg auch mit Netzen gesichert.

      Vielen Dank und liebe Grüsse
      Hugo

  • Herzlichen Glückwunsch!
    Na, das war doch wirklich ein „IntergalaktischFenomenales“ Erlebnis :grove:
    Eine grossartige Leistung :klatsch:
    Liebe Grüsse und natürlich gute Erholung
    Yvonne

    • Vielen herzlichen Dank, Yvonne :grove:
      Intergalaktisch und bei dem Wetter wirklich ein Wahnsinns Erlebnis :grove:
      Im Nachhinein denke ich, dass die grosse Anstrengung den Lauf noch spezieller macht.

      Liebe Grüsse
      Hugo

  • Auch von mir herzlichen Glückwunsch. Für einen Flachländer wie mich unvorstellbar.

    Du Tier :mrgreen:

    Super!

    Liebe Grüße
    Volker

    • Vielen Dank Volker 🙄
      Wenn ich unten im Tal am Start stehe, dann ist es für mich meist auch unvorstellbar. Wenn man dann aber einmal unterwegs ist, dann gibt es kein zurück mehr, würdest du genauso machen :jaja:

      Viele Grüsse
      Hugo

  • Voll krass gratuliere euch beiden Gipfelstürmern!!!

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