Florenz Marathon 2013

Florenz Marathon 2013 Zum grossen Glück hatten wir für die Anreise zum Flughafen den Zug gewählt, denn am Donnerstagmorgen herrschte so starkes Schneetreiben, dass sogar die Strassen schneebedeckt waren. Der Wintereinbruch machte mir gar keine Freude, da aber der Wetterbericht für Florenz etwas besser war, kümmerte ich mich nicht weiter darum. Der Flug nach Florenz dauerte knapp eine Stunde, Schnee hatte es keinen und wärmer war es auch. Zusammen mit meiner Frau und unseren Freunden Marianne und Andi, fuhren wir mit dem Taxi ins Hotel Silla. Es befindet sich ganz in der Nähe des Flusses Arno, von wo man die berühmte Brücke Ponte Vecchio sehen kann und ausserdem nur 10 Gehminuten vom Marathonstartgelände entfernt ist. Unser erster Spaziergang führte uns zum Ziel des Marathons, der Piazza Santa Croce, welcher Florenz Marathon 2013 sich vor der gleichnamigen Basilica, einer wunderschöne Kirche befindet. Die Statue des Dante Alighieri, die auf einem grossen Sockel neben der Basilica steht, kann von allen Läufern gesehen werden aber nach 42 Kilometern wird Dante wahrscheinlich nicht gerade das grosse Gesprächsthema sein. Mich faszinierte bei dem Gedanken einfach, dass dieser Marathon durch eine sehr bedeutende Stadt führt und die Strecke so gewählt wurde, dass man unzählige Sehenswürdigkeiten aus nächster Nähe, laufend erleben kann. Nach einem Bummel, zum immer wieder überwältigenden Dom, und einem sehr guten Mittagessen, fuhren wir zum Stadio Luigi Ridolfi um die Startnummern abzuholen. Die Rückfahrt mit dem Bus dauerte etwas länger, weil wir in falscher Richtung eingestiegen sind aber dafür erlebten wir eine Stadtrundfahrt der besonderen Art. Am Samstag wollten wir unbedingt zum Piazzale Michelangelo, von wo man einen ausgezeichneten Blick über die ganze Stadt geniessen kann. Wir besuchten die Kirche Abbazia di San Florenz Marathon 2013 Miniato al Monte und viele weitere beeindruckende Gebäude. Nach einem wiederum ausgiebigem Abendessen, gingen wir dann aber früh ins Bett um doch noch irgendwie ausgeruht an den Start gehen zu können. Um 8:15 Uhr machten wir uns gemütlich auf den Weg zum Startgelände, nur ein paar Meter nutzte ich zum Einlaufen. Zu meiner ganz grossen Freude war schönstes Laufwetter. Sonnenschein, recht kühl aber nicht kalt, einfach genau richtig. Je näher wir dem Startgelände kamen umso mehr Läufer drängten zum Startsektor. Es war unmöglich selbst zu bestimmen wo man hinlaufen wollte und war dem Strom der Menschen ausgesetzt, sehr unangenehm. Ich war heil froh, als wir endlich im Startblock standen und auf den Startschuss warten konnten. Mit ein wenig Verspätung setzte sich Florenz Marathon 2013 das riesige Startfeld langsam in Bewegung und schon nach ein paar Hundert Metern hatte ich Po Schmerzen, wenn auch nicht so stark und wenn ich da schon gewusst hätte was noch auf mich zukommt, dann hätte ich darüber wohl gelacht. Für den ersten Kilometer benötigte ich über 5 Minuten, erst danach gab es nach und nach ein wenig mehr Platz zum Laufen und um das Tempo zu erhöhen. Meine Beine fühlten sich recht gut an und so versuchte ich an Andis Fersen zu bleiben. Er schlug ein schnelleres Tempo an als ich mir eigentlich vorgenommen hatte, trotzdem lies ich mich auf den ersten Kilometern darauf ein. Nach 6 Kilometern musste ich allerdings wieder meine obligate Pinkelpause einlegen, Florenz Marathon 2013 danach war von Andi nichts mehr zu sehen. Rasch war ich wieder im Feld, fühlte mich aber nie richtig wohl. Es kam kein richtiger Flow auf, immer musste ich mich antreiben und mich bemühen das Tempo einigermassen hoch zu halten. Nach 15 Kilometern hatte ich erstmals ein ungutes Gefühl, meine Beine verkrampften ein wenig, was sich aber nach einiger Zeit wieder legte. Die Halbmarathonmarke passierte ich in 1:39:27, was für eine Zeit um die 3:20 ziemlich gut passte. Zuversichtlich lief ich weiter, Kilometer um Kilometer verging, der Puls immer noch im akzeptablen Bereich und auch sonst schien alles gut zu gehen. Bis zu Kilometer 32 lief ich regelmässige Paces um die 4:40 und ich dachte mir, „jetzt kann fast nichts mehr schief gehen, das Minimalziel, eine Zeit unter 3:30, werde ich bestimmt schaffen“. Bei Kilometer 34 änderte sich dann aber schlagartig alles. Ich wusste gar nicht recht Florenz Marathon 2013 was mit mir passierte, denn nicht mein Po machte mir Probleme und auch nicht der Hammermann, sondern meine Adduktoren. Von einem Schritt auf den anderen begannen diese bei beiden Beinen zu schmerzen und zwar heftig! Meine Schritte wurden kürzer und die Schmerzen dabei so stark, dass ich stehenbleiben musste. Während ich dem neun Kilometer entfernten Ziel entgegen ging, lösten sich die Schmerzen allmählich und ich konnte wieder langsam joggen. Die Kilometerzeiten lagen nun bei 6 Minuten, Florenz Marathon 2013 dann 5:30, es schien wieder zu gehen und ich versuchte das Tempo zu erhöhen. 4:50 klang wieder besser aber leider war das auch schon wieder zu viel. Die Schmerzen zwangen mich wieder langsamer zu laufen, 5:12, 5.30 und schlussendlich wieder eine Geh Pause. Nach 35 Kilometern erreichte ich den Dom und die riesige Zuschauerkulisse, ein fantastisches Gefühl, auch wenn ich mit grossen Schmerzen über den Domplatz laufen musste. Danach wurde es immer härter, die Schmerzen zwangen mich immer öfter zum Gehen und es kam der Punkt, an dem ich mir ausrechnete, wie lange ich noch gehen durfte um eine Zeit unter 3:30 noch schaffen zu können. Eine unglaubliche Quälerei aber irgendwie hatte ich trotzdem Spass, denn je näher ich dem Ziel kam desto mehr feuerten mich die temperamentvollen Italienischen Florenz Marathon 2013 Zuschauer an. Sie schrien mir zu, klopften mir auf die Schultern und munterten mich zum Laufen auf, es war herrlich. 200 Meter vor dem Ziel, den blauen Teppich vor der Ziellinie schon im Blickfeld, musste ich wieder gehen. Das Geschrei der Zuschauer war Ohrenbetäubend, andere Läufer wollten mich ins Ziel schieben und so schaffte ich es bis kurz vor die Ziellinie, konnte diese aber nur gehend überschreiten und zwar in einer Zeit von 3:29:09!
Ich war so froh, endlich nicht mehr laufen zu müssen. Im Ziel wartete Meine Frau bereits mit Andi auf mich, er hatte mit 3:15 wieder einmal eine ganz gute Zeit realisiert. Gemeinsam warteten wir auf Marianne, die mit einer Zeit von 3:38 nur kurz nach mir im Ziel eintraf und sich damit den Champagner, als schnellste Frau des Hotels, sicherte. Nach einer ausgiebigen Dusche gingen wir noch einmal zum Dom, genossen ein letztes Mal den atemberaubenden Anblick und gönnten uns ein Abendessen, bevor wir wieder nachhause reisten. Der nächste Marathon läuft hoffentlich wieder besser aber vorher gönne ich mir jetzt erstmal eine ausgiebige Laufpause!

Laufstrecke: GarminConnect
42.2 Km, Wettkampf, 4:57/Km, Zeit: 03:29:09, Puls-Ø: 165

18 Kommentare zu Florenz Marathon 2013

  • :daumen: Auch wenn nicht alles wunschgemäss gelaufen ist – gut gemacht Hugo! Die 42,2 km muss man(n) ja auch erst einmal schaffen in 3:30! Zudem gute Aussichten für den nächsten Marathon, wenn dann vielleicht einmal alles zusammen passt.
    Gruss Jean-Pierre
    :klatsch:

  • Hallo Hugo,
    gaaaaanz herzliche Glückwünsche! Wie Du Dich da geplagt und am Ende doch durchgekämpft hast – bravo! Und wie verrückt geht es doch manchmal bei Läufen zu, da hast Du die ganze Zeit Probleme mit dem Allerwertesten, und dann kommt plötzlich am Tag X aus einer ganz anderen Ecke der Schmerz! Unter diesen Bedingungen ist Deine Zeit mega-top!
    Gute Regeneration und liebe Grüße
    Elke

    • Hallo Elke,
      vielen herzlichen Dank!
      Als ich das erste Mal stehen bleiben musste, wusste ich erst nicht wie es weitergehen sollte und vor allem hatte ich mit Adduktorenschmerzen überhaupt nicht gerechnet, das hatte ich noch nie beim Laufen.

      14 Tage werde ich jetzt die Beine hochlegen und alles geniessen auf das ich in letzter Zeit verzichtet habe.

      Liebe Grüsse
      Hugo

  • Trotz allem eine gute Zeit! Bravo Hugo! Du hast dich tapfer gequält. Nun hast du dir die Laufpause aber verdient 🙂 herzliche Gratulation!

  • umso erstaunlicher ist aber, dass die km Abschnittzeiten (5 km) allesamt im gleichen Bereich liegen. Da hast aber mächtig Gas gegeben, wenn du 6 min/km drin hattest.
    So oder so, herzliche Gratulation zur tollen Leitung und gute Erholung, Toni

    • Hei Toni,
      Ja, bis zu Kilometer 33 bin ich beinahe wie ein Uhrwerk gelaufen und ich bin überzeugt, ohne Adduktorenschmerzen wäre ich so auch bis ins Ziel gekommen. Aber was solls, ich bin mit der Zeit auch so zufrieden.

      Herzlichen Dank, Toni und viele Grüsse
      Hugo

  • Herzlichen Glückwunsch Hugo zu deinem tollen,wenn auch harten, Saisonabschluss! :grove:
    Nun geniesse deine Erholungswochen.
    Liebe Grüsse
    Yvonne

    • Danke Yvonne 🙄
      Hart war es aber bei schönem und idealem Marathonwetter ein wunderschönes Erlebnis!

      Geniessen ist jetzt oberstes Gebot, denn die nächste Saison beginnt ja schon bald wieder.
      Liebe Grüsse
      Hugo

  • Hallo Hugo,

    auch von mir Glückwunsch zu der unter diesem Umständen tollen Zeit.

    Nimm Dir jetzt aber wirklich die Zeit Dich zu erholen, damit Du die Probleme im Gesäß endlich mal wieder los wirst.

    In diesem Sinne wünsche ich Dir eine gute Regeneration 🙂

    Liebe Grüße
    Volker

    • Hallo Volker,
      Herzlichen Dank für die Glückwünsche 🙄
      Es ist wirklich an der Zeit meinen Problemzonen eine richtige Pause zu gönnen. Ich werde mich bemühen richtig zu regenerieren.

      Liebe Grüsse
      Hugo

  • Wie vor 2 Jahren….perfektes Wetter per una gara fantastico!
    Ich gratuliere Dir ganz herzlich zu 3:29. Grande!
    Bin heute wieder nach Hause gekommen. Da ich die Stadt sehr gut kenne und quasi pro Jahr zwei Mal hier ein paar Tage verbringe…
    war das Weekend für mich einfach der Hammer.
    Nach 21.097km hatte ich (in Real Time 01:29:35) nach 42.195 zeigte die Uhr 2.58.08.
    Die 2. Hälfte sogar etwas schneller…ich habe „meine Hausaufgaben“ gemacht. Danach gab es für 3 Tage: Crostini/Pasta/Bistecca alla fiorentina und viele Brunello di Montalcino!!!
    Alla prossima…Saluti Peter
    Wir waren vis a vis vom Silla…Beste Western 2′ zum Start!

    • Gratuliere Peter, du bist sensationell gut gelaufen! Unter 3 Stunden ist ganz genial!
      Ja, das Wetter hätte für den Marathon nicht besser sein können und deinen Schilderungen nach, hast du wirklich alles richtig gemacht. Es ist immer schön, wenn man am Wettkampftag für die Mühen und Entbehrungen während der Vorbereitung belohnt wird.

      Ich wünsche dir gute Erholung und dann auf zum nächsten Ziel.

  • Hei Hugo
    Was für ein Story! Gratulation fürs Durchhalten. Und wieder mal ziehe ich den Hut.
    Erhol dich gut.
    Grüsse
    Stefan

    • Hallo Stefan
      Jeder Marathon verläuft anders und das ist ja auch das Spannende daran. Vielen Dank für die Gratulation und unter diesen Umständen bin ich mit dem Resultat ganz zufrieden. An der Erholung arbeite ich 🙄

      Viele Grüsse
      Hugo

  • Hallo Hugo,
    erstmal auch hier noch meinen herzlichen Glückwunsch zum Finish und dieser – trotz den geschilderten Umständen – sehr respektablen Zeit. :klatsch:

    Du bist natürlich lauferfahren und wettkampferprobt genug, um so ein „Ding“ trotzdem noch ins Ziel zu schaukeln. Davor kann man nur den Hut ziehen. :daumen:

    Ich hoffe, Du bekommst das Problem in absehbarer Zeit in den Griff. Die plötzlich aufgetretenen Adduktorenschmerzen rührten wahrscheinlich von einer gewissen „Schonhaltung“ beim Laufen her. Diese hast Du Dir bestimmt aufgrund der ständigen Gesäßschmerzen angewöhnt. In den Trainingsläufen war das vielleicht noch unproblematisch, aber auf 42km dann eben doch nicht mehr.

    Alles Gute und viele Grüße aus Köln!
    Mario

    • Hallo Mario,
      vielen Dank für den Glückwunsch 🙄
      Ja mit der Zeit bin ich unter diesen Umständen ganz zufrieden, obwohl eine 3:20 möglich gewesen wäre.

      Deine Erklärung zu den Adduktorenschmerzen klingt sehr plausibel. Ehrlich gesagt habe ich immer noch keine Ahnung was der Auslöser dafür war. Die Gesässschmerzen wollen einfach nicht verschwinden und machen mir immer noch das Leben schwer 🙁

      Vielen Dank und auch dir wünsche ich nur das Beste
      Viele Grüsse
      Hugo

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Luzern Marathon 2008, 3:06:31 Kerzerslauf 2013
Nächster Wettkampf
  • Keine Ereignisse vorhanden
Das Wetter in Bern
Thörishaus, Bern
Freitag, 25. Mai 2018
Wolkenlos
Wolkenlos
10°C
Vorhersage Samstag, 26. Mai 2018
Tag
Wolkig mit Gewitterschauern
Wolkig mit Gewitterschauern
27°C
 
Kategorien
Archiv