Luzern Halbmarathon 2016

Luzern Halbmarathon 2016 Für diesen Lauf hatte ich mir einiges vorgenommen. Zumindest wollte ich die Laufzeit des vergangenen Hallwilerseelaufes egalisieren, am liebsten natürlich etwas unterbieten. Entsprechend nervös war ich schon zwei Tage vor dem Wettkampf. Geschlafen habe ich wieder einmal nicht sonderlich gut, zum Glück konnte ich wegen der Zeitumstellung eine Stunde länger im Bett bleiben, was mir auch sehr gut getan hat. Um 4:30 Uhr stand ich auf, genehmigte mir zum Frühstück ein mit Protein angereichertes Porridge und eine Tasse Kaffee (koffeinfrei). Der Blick auf den Aussenthermostat erfreute mich gar nicht, nur 5°, das mag ich ja so gar nicht zum Laufen. Beim Packen hielt ich mich aber trotzdem an die Informationen des Veranstalters. Auf der Website haben sie angenehmes Laufwetter angesagt und mitgeteilt, dass nicht zu warme Kleider für den Wettkampf angezogen werden sollen. Also habe ich nur kurze Thigts und ein kurzes T-Shirt bereit gelegt. Als ich zum Bahnhof lief, war ich mir aber nicht so sicher ob ich so einen Wettkampf bestreiten kann. Die Bise pfiff mir um die Ohren und ich sehnte mich nach einer warmen Mütze. Ich war froh in den gewärmten Zug einsteigen zu können. In Bern habe ich dann Matthias und Lorenz getroffen. Lorenz hat mich schon etwas überrascht. Hatte ich ihn am Freitag noch gefoppt, er könnte doch in Luzern seinen ersten Marathon bestreiten, er laufe diesen sicher gleich unter 3 Stunden. Nach einer kurzen Diskussion war er durchaus positiv für das Vorhaben eingestellt aber ich wusste nicht ob er sich dafür entscheidet. Am Samstagabend bekam ich die Meldung, dass er beim Marathon startet. Im ersten Moment war ich ein wenig erschrocken, denn er lief noch nie weiter als 22 Kilometer und war überhaupt nicht für einen Marathon vorbereitet, deshalb machte ich mir erst ein wenig Sorgen. Auf der anderen Seite wusste ich, dass er ein exzellenter Läufer ist und mit den vielen Duatlons, die er während dem Jahr bestreitet, bestens für lange Aktivitäten bereit ist. Auf der Fahrt nach Luzern plauderten wir über unsere Laufziele. Lorenz wollte mit mir starten und meinte, eine 4:30er Pace wäre doch gut! Ich sagte, dass das für mich dann wohl schon das Limit sei aber ich wollte es versuchen. Matthias setzte sich eine Zeit um die 1:50 doch er wolle sich nicht quälen dabei. Dann kamen wir in Luzern an und zu meiner Freude empfand ich das Wetter hier angenehmer als noch in Bern. Wir machten uns auf den Weg zum Schiff, welches die Läufer vom Bahnhof zum Verkehrshaus brachte. Adrian, ein weiterer bekannter, war schon da und gesellte sich auch zu uns. Beim Verkehrshaus angekommen holten wir die Startnummern ab. Lorenz ging zum Trouble Desk und meldete sich noch für den Marathon an. Alles lief wie am Schnürchen und so hatten wir danach genügend Zeit die Garderobe aufzusuchen, die Wertsachen abzugeben und uns gemütlich zum Startgelände zu begeben. Nach einem kurzen Einlaufen, ging ich mit Lorenz in den zweiten Startblock, da befand sich auch der 1:35er Halbmarathon Pacemaker in dessen Nähe ich während den ersten Kilometern bleiben wollte. Um 9:02 Uhr starteten wir. Es lief sofort gut. Wetter, Laufgefühl, Beine und Pace, alles passte. Den ersten Kilometer liefen wir in genau 4:30, dem Pacemaker war das aber egal, denn der lief mit seinem Gefolge doch um einiges schneller. Es sollte auch so weitergehen. Während ich mit Lorenz die ersten Kilometer in regelmässigen Paces um die 4:30/km lief, entfernte sich der Pacemaker immer mehr. Mich beunruhigte das nicht, da ich ja auf bestem Weg war mein Ziel zu erreichen. Die ersten Steigungen kamen, meine Beine waren stark und ich verlor dabei kaum Zeit. Lorenz lief locker neben mir, für Ihn war das Tempo eher ein Spaziergang, denn für gewöhnlich läuft er die Halbmarathon Distanz in einer Zeit von 1:18, also deutlich schneller als wir unterwegs waren. Nach 7 Kilometern versuchte ich das Tempo leicht zu erhöhen, was nicht zuletzt auch wegen den Abwärtspassagen gelang. Kurz vor dem zehnten Kilometer überholten wir die beiden 1:35er Pacemaker samt Gefolge. Es lief weiterhin gut. Kilometer um Kilometer liefen wir zusammen in einem super Flow. Nach 14 Kilometern steigerte Lorenz dann das Luzern Halbmarathon Tempo, ich versuchte mitzugehen, was auch gelang. die Paces waren nun bei 4:14/km. Leichtes Seitenstechen sagte mir, dass ich am Limit lief und mahnte mich das Tempo nicht weiter zu forcieren. Lorenz motivierte mich dran zu bleiben was ich auch so gut wie möglich versuchte. Die Paces blieben regelmässig bei unglaublichen 4:14 doch ich musste zusehends kämpfen. Kurz vor dem Marathon Wendepunkt verabschiedeten wir uns. Lorenz gratulierte mir noch während dem Laufen zu meiner guten Zeit und ich wünschte ihm natürlich gutes Gelingen für die restlichen Marathonkilometer. Mit einer unglaublichen Zeit von 1:32:25 kam ich ins Ziel. 3 Minuten schneller als geplant und 4 Minuten schneller als 14 Tage zuvor beim Hallwilerseelauf. Ein wirklich grandioser Saisonabschluss!
Nach dem Zieleinlauf machte ich mich sogleich auf zur Garderobe, holte die Wertsachen ab und gönnte mir eine Dusche. Danach ging es wieder mit dem Zug heimwärts. Während der Fahrt studierte ich die Rangliste, mich interessierte vor allem die Zeit von Lorenz, der mittlerweile im Ziel sein musste. Ich traute meinen Augen nicht und war dann hoch erfreut. Mit einer Zeit von 3:02:04 lief er bei seinem ersten Marathon auf den sensationellen 18. Schlussrang. Krise hatte er sicher keine, denn die zweite Runde lief er stolze 2 Minuten schneller als die erste Luzern Halbmarathon 2016 mit mir. Ein Wahnsinns Lauf! Matthias hat seine geplante Laufzeit von 1:50 bravourös mit 1:41 unterboten. So gesehen war es für uns alle ein ganz schöner und erfolgreicher Tag. Ein bisschen Wehmut hatte ich zum Schluss dann doch noch, denn nun muss ich mich von meinem ersten adidas Boost trennen. Während fast alle Läufer und Läuferinnen mit praktisch neuen Schuhen an Wettkämpfen antreten, lief ich heute wieder in meinem alten und ausgelatschten Lieblings adidas Schuh. Weit über 1500 Kilometer hat er drauf und entsprechend abgelatscht sieht er aus, trotzdem fühle ich mich darin immer noch sehr wohl. Nun ist es aber definitiv Zeit, mich von der schnellen Sohle zu trennen.

Laufstrecke: GarminConnect
21.1 Km, Wettkampf, 4:23/Km, Zeit: 01:32:25, Puls-Ø: 176

6 Kommentare zu Luzern Halbmarathon 2016

  • Herzlichen Glückwunsch zum Finish. Beim nächsten fällt dann die 1:30h! Liebe Grüße!

    Hugo sagt:

    Ganz herzlichen Dank, Daniel!
    1:30 wird schwierig, in meinem Alter darf man sich glücklich schätzen, wenn die Wettkampfzeiten einigeramssen gehalten werde können ;-)

  • Herzlichen Glückwunsch Hugo! Toll, das freut mich für Dich :smile:
    Liebe Grüsse und gute Regeneration
    Yvonne

    Hugo sagt:

    Herzlichen Dank Yvonne :-)
    Ich bin auch sehr glücklich über den tollen Lauf, da hat wirklich alles gepasst!

    Liebe Grüsse, Hugo

  • Hallo Hugo
    Gratuliere zum guten Lauf. Schön zu sehen, dass du so wieder gut unterwegs bist. Die gute Stimmung in Luzern ist auch eine super Motivation.
    Herzliche Grüsse

    Hugo sagt:

    Hallo Martin
    Vielen Dank :-)
    Es läuft wieder recht gut, ich bin sehr zufrieden. Ja, die Stimmung in Luzern ist immer wieder sehr gut und motiviert die Teilnehmer alles zu geben.
    Ich habe gesehen, dass Du im nächsten Jahr auch wieder Marathon laufen willst, super. Schön, dass es Dir nach der langen Zeit nun auch wieder besser geht :!:
    Liebe Grüsse
    Hugo

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